Der bekannte Moderator Erik von Pur+ besuchte am 21.10. 2026 die Mathias-von-Neuenburg Schule. Gemeinsam mit den sechsten Klassen experimentierte er, sprach über Fake Videos und erzählte anschließend in einem persönlichen Interview von seinem Leben und seiner Arbeit.
Ein besonderer Gast sorgte am Mittwoch dem 21.10. an der Realschule in Neuenburg für Aufregung: Erik von Pur+ war zu Besuch. Für die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse hatten er und sein Team ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet dabei ging es nicht nur um spannende Experimente, sondern auch um Fernsehen, Medien und die Frage, was im Internet eigentlich alles echt ist. Schon zu Beginn wurde deutlich, dass hinter solchen Events viel mehr steckt als man von außen normalerweise mitbekommt. Bevor die Experimente starten, muss man viel vorbereiten. Ton, Licht und Mikrofone müssen funktionieren und die Experimente sollten so aufgebaut sein, dass man sie mit nur wenigen Handgriffen durchführen kann.
Experimentieren statt nur zuschauen
Bei dem Besuch durften die sechsten Klassen der Schule selbst aktiv werden. Vor drei Gruppen wurden Experimente und Fragen vorgeführt. Dabei mussten die Schülerinnen und Schüler nicht einfach nur zuhören, sondern überlegen, welche Antwort richtig sein könnte. Ein Experiment beschäftigte sich zum Beispiel mit Temperaturen und der Reaktion des menschlichen Körpers auf Kälte. Es wurde dabei erklärt, warum die Haut bei Kälte blasser wird. Die Antwort darauf lautet, dass sich die Blutgefäße bei Kälte zusammenziehen und so die Haut schlechter durchblutet wird. Auch mit Wasser und Wasserdampf wurde experimentiert. Die Schülerinnen und Schüler konnten beobachten, wie sich Temperatur verändert und was passiert, wenn Wasser erhitzt wird. Gemessen wurden dabei die verschiedensten Messwerte. Doch nicht nur Hitze und Kälte waren Thema. Auch Salzwasser spielte bei einem Versuch eine Rolle. Schülerinnen und Schüler sollten überlegen, was mit verschiedenen Flüssigkeiten passiert und warum sich Wasser unter bestimmten Bedingungen unterschiedlich verhält. Dabei kam heraus, dass sich der Gefrierpunkt verschiebt, wenn Wasser mit Salz gemischt wird, und man deshalb im Winter auf den Straßen Salz streut.
Ein weiteres Experiment beschäftigte sich mit einer Luftblase in einer Flasche. Die Klassen sollten zunächst überlegen, wie sich die Luftblase bei Schwerelosigkeit verhalten würde, dann wurde ein Parabelflug mit einer solchen Flasche gezeigt. Genau das machte die Experimente besonders spannend, es wurde vermutet, dann ausprobiert und anschließend gemeinsam erklärt, warum das Ereignis so passiert. Jeder dachte mit!
Neben naturwissenschaftlichen Experimenten ging es auch um das Thema künstliche Intelligenz. Erik zeigte den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von Fake Videos, dass man im Internet nicht automatisch alles glauben sollte, was man sieht. Durch moderne Technik können Bilder und Videos so verändert werden, dass sie echt wirken, obwohl die dargestellte Situation so gar nicht stattgefunden hat. Bei einem Spiel mussten die Gruppen verschiedene Videos beurteilen und herausfinden, welches gezeigte Szenario in den Videos tatsächlich so passiert ist oder nicht. Dabei wurde auch darüber gesprochen, wie die KI ihre Informationen auswählt. Suchmaschinen und soziale Medien zeigen uns nicht einfach zufällig Inhalte. Es steckt immer eine künstliche Intelligenz dahinter. Likes, Aufmerksamkeit und Algorithmen beeinflussen gleichzeitig, welche Videos wir sehen.
Am Ende der Vorführung stand deshalb eine wichtige Botschaft: Nicht alles, was im Internet echt aussieht, muss auch wirklich echt sein.
Ein Interview mit Erik
Nach dem Programm hatte ich die Möglichkeit, Erik selbst zu interviewen und dabei wollte ich nicht nur etwas über Pur+ erfahren, sondern auch wissen wie er überhaupt zu seinem Beruf gekommen ist. Auf die Frage: ,, Was solltest du früher einmal werden ?“, erzählte Eric, dass sein Vater Elektroniker war und er deshalb zunächst ebenfalls in diese Richtung dachte. Später machte er jedoch ein Praktikum in einem Radio. Dadurch entdeckte er eine andere Richtung, die ihn interessierte. Schließlich studierte er Medienwissenschaften. Dabei zitierte er auch einen Satz der gut zu seinem Lebensweg passte: ,, Ich habe nicht gesucht, aber ich habe gefunden.“ Sein beruflicher Weg war also nicht von Anfang an festgelegt und vieles entwickelte sich erst durch die Erfahrung, die er in seinem Leben machte. Er meinte, dass er früher nie gedacht hätte mal eine Sendung wie Pur+ zu moderieren. Außerdem stellte ich mir die Frage, wie die Pur+ Folgen entstehen. Er erzählte mir von einer Planungsredaktion, die nicht nur entscheidet um welche Themen es geht, sondern auch darauf achtet was die Zuschauer interessieren könnte und welche Folgen man in der Vergangenheit gedreht hat, die man heute neu drehen könnte. Schließlich verändert sich die Welt ständig und somit auch die Fragen, die junge Menschen beschäftige.
Besonders interessant fand ich die Antwort auf die Frage, welche Drehs ihn emotional am meisten mitnehmen. Er erklärte daraufhin, dass er vor allem Drehs über persönliche Lebensgeschichten anderer Leute immer sehr im Gedächtnis behalte. Gleichzeitig macht er aber auch gerne Beiträge über Tiere. Diese Drehs findet er besonders cool und abwechslungsreich, da er ein großer Tierfan ist.
Ich interessierte mich auch dafür ob bei einem Dreh schon mal etwas Teures kaputt gegangen ist. Erik berichtete von einem Dreh in Japan, bei dem es um die Herstellung traditioneller Schwerter ging. Wenn das Schwert fertig geschmiedet ist, wird es glühend heiß ins kalte Wasser getaucht. Dieser besondere Moment sollte eine Kamera aus der Unterwasserperspektive filmen. Beim Zusammenbau der Kamera wurde allerdings etwas Wichtiges vergessen. Eine Platte, die die Kamera wasserdicht machen sollte, fehlte. Und als schließlich das Kommando kam, dass das Schwert gleich ins Wasser getaucht werden würde, war es zu spät. Die Kamera fiel ins Wasser und ging kaputt. Das zeigt, dass auch bei professionellen Fernsehproduktionen nicht immer alles nach Plan läuft.
Meine Schlussfrage lautete: ,,Warum machst du eigentlich Pur+ ?“ Seine Antwort fand ich besonders bewundernswert. Er meinte, er möchte mit seinen Sendungen junge Menschen stark machen und Ihnen dabei helfen, ihren eigenen Standpunkt in der heutigen Welt zu finden. Genau das passte auch zum Programm in der Schule, die Schülerinnen und Schüler sollten nicht einfach nur die Antwort bekommen. Sie sollten selbst überlegen, mögliche Antworten finden und kritisch hinterfragen, was sie sehen. Der Besuch von Erik war deshalb mehr als nur ein Treffen mit einem bekannten Fernsehmoderator, es war ein Stück Lernen für das Leben.
Text: Alissa Kroner R10b