Die Schülerinnen und Schüler der W7a und W7b lernten eine Woche lang sozial-pflegerische Einrichtungen und deren MitarbeiterInnen in und um Neuenburg kennen.
Fr. Rabus, eine Sozialarbeiterin der Stadt Neuenburg, berichtete anschaulich von Unterstützungsangeboten, die die Stadt Menschen in Not bietet. Viele Probleme unserer Mitmenschen waren uns völlig unbekannt und machten uns sehr betroffen. Zwei Jugendhilfeeinrichtungen durften wir kennen lernen. Beim Besuch der Villa Kunterbunt in Auggen beschrieb Hr. Wäldle, der Leiter der „Villa“, anschaulich, wie die Jugendlichen hier leben und ihren Alltag verbringen.
Fr. Angeletta von Kirschbäumleboden besuchte uns in der Schule und erzählte, dass die Privatsphäre der Kinder und Jugendlichen, die dort leben oder zur Schule gehen, geschützt ist. Betroffen machte uns, warum Kinder nicht mehr zu Hause bei den Eltern leben können oder dürfen. Erstaunt hat uns aber, wie offen, vorurteilsfrei, geduldig, aber auch klar und strukturiert die Erwachsenen mit den Kindern umgehen, um sie auf ein eigenständiges Leben vorzubereiten.
Im Jugendzentrum Neuenburg erlebten wir, dass auch für uns Jugendliche viel angeboten wird. Rafael Kunz begrüßte uns herzlich in den super gestalteten Räumen des Jugendzentrums. Er lud uns zur Mitarbeit und Unterstützung ein. Am liebsten wären wir geblieben, um all die Spiele zu nutzen und ausgiebig zu chillen.
Vor dem Besuch im Edith-Stein-Haus,, der Seniorenwohnanlage auf dem LGS-Gelände, waren wir alle etwas befangen: Wie wird es sein, auf so viele alte Menschen zu treffen? Wie werden sich die Senioren uns gegenüber verhalten? Wie sollen wir uns ihnen gegenüber benehmen?
Die Alltagsbegleiterin Sina berichtete so lebhaft und voller Emotionen vom Umgang mit Senioren, dass wir alle Berührungsängste verloren. Das Edith-Stein-Haus ist ein heller, gemütlicher, einladender und sehr freundlicher Ort. Die Senioren hatten genauso Berührungsängste wie wir mit ihnen. Doch als wir eine Bastelgruppe besuchten, fand sich Gelegenheit miteinander zu sprechen, was die Atmosphäre deutlich entspannte.
Beeindruckt haben uns alle MitarbeiterInnen, die mit Ruhe und Heiterkeit, mit Herz und Einfühlungsvermögen auf die Bewohner eingehen und uns so herzlich empfangen haben.
Die Woche beendeten wir wieder im Sitzungssaal des Rathauses. Diesmal ging es nicht um sozial-pflegerische Berufe, sondern um das Ehrenamt. Der Bürgerverein Neuenburg zeigte uns, wie wichtig das Ehrenamt für die Gemeinschaft ist. Uns wurde bewusst, dass z.B. Vereine nicht ohne ehrenamtliche Mitarbeiter ihre Angebote aufrechterhalten können. In einem Ehrenamt tätig zu sein, hilft den Mitmenschen, aber auch dir selbst: Anderen zu helfen bringt Freude, neue Freunde und eine ganz andere Sicht auf die Welt, man lernt dazu. Im Gespräch eröffneten sich Möglichkeiten, wie auch wir mitmachen können.
Diese Woche hat uns gezeigt, dass die verschiedenen Berufe in der Sozialen Arbeit sehr vielfältig sind, aber auch schwer und belastend. Die Not und das Leid der Kinder, Jugendlichen, Familien oder Senioren mitzutragen, ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die Woche verdeutlichte uns aber auch, dass unser Leben nicht selbstverständlich ist und dass sich jeder von uns vorurteilsfrei für andere engagieren sollte.
(Text/Bilder Anna Turturici)